AHA-BUCH

Bankeninsolvenzen im Spannungsfeld zwischen Bankaufsichts- und Insolvenzrecht

Regelungsziele, Anwendungsprobleme und Reformansätze, dargestellt am Beispiel des deutschen und englischen Rechts
 Taschenbuch
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ISBN-13:
9783428117673
Einband:
Taschenbuch
Erscheinungsdatum:
08.08.2005
Seiten:
790
Autor:
Jens-Hinrich Binder
Gewicht:
1030 g
Format:
235x157x37 mm
Serie:
166, Untersuchungen über das Spar-, Giro-, und Kreditwesen. Abteilung B: Rechtswissenschaft
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

99
Inhaltsübersicht: I. Grundlagen: Einleitung - Historische Bankenkrisen, Konsequenzen und Reaktionen - Krisenbewältigung im Kontext präventiver Regulierung - Folgerungen: wirtschafts- und rechtspolitische Vorgaben für die Ausgestaltung des Bankeninsolvenzrechts - II. Die verfahrensförmige Krisenbewältigung: Der Eintritt in die Krisenbewältigung I: Tatbestandliche Voraussetzungen - Der Eintritt in die Krisenbewältigung II: Handlungsmöglichkeiten - Rechtsvergleich und Bewertung - Rechtsfolgen der Verfahrenseröffnung im allgemeinen - Die Auswirkungen der Verfahrenseröffnung auf den Zahlungsverkehr I: Schutz der Zahlungssysteme - Die Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr II: Rechtsbeziehungen im Überweisungsverkehr - Die Auswirkungen für bestimmte Finanzmarktkontrakte: Bankeninsolvenz und vertragliche Beendigungsklauseln - Einlagensicherung: Ziele, Rechtsgrundlagen und Abwicklung im Krisenfall - Die Umsetzung der Verfahrensziele "Sanierung" und "Liquidation" - Die Rechtsstellung der Beteiligten: Rechtsschutzfragen - Die Amtshaftung für fehlsame Bankenaufsicht im Gesamtgefüge der Haftungsverwirklichung - III. Sonderprobleme: Die grenzüberschreitende Bankeninsolvenz - Großinsolvenzen und sektorweite Krisen - Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse - Literatur- und Sachwortverzeichnis
Bankeninsolvenzen haben in Deutschland immer wieder gesetzgeberische Reaktionen ausgelöst. Eigenmittelstandards sowie die Einführung einer staatlichen Bankenaufsicht mit besonderen Eingriffskompetenzen gerade für den Krisenfall sind als Antwort auf konkrete Insolvenzfälle geschaffen und weiterentwickelt worden. Das Insolvenzrecht der InsO wird überlagert durch ein aufsichtsrechtliches Sonderverfahren sowie durch besondere Schutzmechanismen, etwa die Einlagensicherung. Ähnliche Regelungen finden sich weltweit.Der Verfasser untersucht, inwieweit die Bedeutung der Banken für die Volkswirtschaft eine privilegierte Stellung in der Insolvenz tatsächlich rechtfertigt. Ausgestaltung und Funktionsweise der Spezialregelungen im deutschen und englischen Recht werden ermittelt und einander gegenübergestellt. Ein besonderes Augenmerk gilt Sonderproblemen wie der Vernetzung der Banken in Zahlungssystemen, der Behandlung von Finanzkontrakten sowie der Bedeutung von Einlagensicherungssystemen in der Insolvenz. Die aufsichtsrechtlichen Spezialverfahren und das allgemeine Insolvenzrecht werden miteinander verglichen und auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft. Jens-Hinrich Binder gelangt zu dem Ergebnis, daß die herrschende These von der Untauglichkeit des allgemeinen Insolvenzrechts für die Probleme einer Bankeninsolvenz nicht überzeugt und daß diesen auch durch punktuelle Anpassungen im allgemeinen Insolvenzrecht genügt werden kann. Das Ergebnis wird abgesichert durch den Rechtsvergleich mit England, wo ein dem deutschen Recht entsprechendes Sonderverfahren nicht existiert.
Die vorliegende Arbeit ist im Frühjahr 2004 mit dem Haarmann-Hemmelrath-Förderpreis des Vereins der Freunde der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ausgezeichnet worden.