AHA-BUCH

Theorie und Erfahrung

Zweiter Teilband Theorienstrukturen und Theoriendynamik
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ISBN-13:
9783642649073
Einband:
Book
Erscheinungsdatum:
27.09.2011
Seiten:
352
Autor:
Wolfgang Stegmüller
Gewicht:
532 g
Format:
235x155x18 mm
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

99
1. Falsche Orientierung am großen Bruder?.- 2. Rebellion gegen die Wissenschaftsphilosophie oder Revolution der Wissenschaftsphilosophie?.- 3. Die zweite Rationalisierung.- 4. Eine fünffache Rückkoppelung.- 5. Einige Gründe für Abweichungen vom Standardmodell. Non-statement view. Makrologik. Holismus.- 6. Inhaltsübersicht und Zusammenfassung.- VIII. Die Struktur ausgereifter physikalischer Theorien nach Sneed.- 1. Einwendungen gegen die Zweistufenkonzeption der Wissenschaftssprache und gegen die linguistische Theorie Carnaps.- 1.a Die Kritiken am Begriff der Beobachtungssprache durch Kuhn, Feyerabend und Hempel.- 1.b Die Herausforderung von Putnam.- 2. Axiomatische Theorien.- 2.a Die axiomatische Methode. Fünf Bedeutungen von "Axiomatisierung einer Theorie".- 2.b Die herkömmliche Auffassung von den empirischen Behauptungen einer Theorie. Beispiel einer Miniaturtheorie m.- 3. Das neue Kriterium für Theoretizität von Sneed.- 3.a Das Kriterium für den Begriff "T-theoretisch".- 3.b Einige hervorstechende Merkmale des Begriffs "T-theoretisch" von Sneed. Abschied von der Beobachtungssprache und den Zuordnungsregeln?.- (I) Die Relativierung auf eine Theorie.- (II) Eine starke und eine schwache Voraussetzung im Kriterium.- (III) Pragmatischer Charakter des Kriteriums?.- (IV) Der 'absolute' Charakter des Kriteriums.- (V) Die Überlegenheit des Kriteriums von Sneed gegenüber der Zweistufenkonzeption.- (VI) Abschied von der Beobachtungssprache?.- (VII) Ein potentieller Einwand: das Kriterium ist zu stark.- (VIII) Ein zweiter potentieller Einwand: das Verfahren ist zirkulär.- (IX) Übertragung des Kriteriums auf nichtphysikalische Theorien.- (X) Theorienhierarchien.- (XI) Voraussetzung im transzendental-analytischen Sinn.- 4. "Theoretischer Term": ein paradoxer Begriff?.- 4.a Das Problem der theoretischen Terme.- 4.b Die Ramsey-Lösung des Problems der theoretischen Terme.- 4.c Ramsey-Darstellung und Ramsey-Eliminierbarkeit. Die unverzichtbare Leistung theoretischer Begriffe bei fehlender Ramsey-Eliminierbarkeit.- 5. Eine dreifache Verbesserung der Ramsey-Methode.- 5.a Die Grenzen der Ramsey-Darstellung.- 5.b Erste Verallgemeinerung der Ramsey-Darstellung: Einführung mehrerer 'intendierter Anwendungen' einer Theorie.- 5.c Zweite Verallgemeinerung der Ramsey-Darstellung: Nebenbedingungen als 'einschränkende Querverbindungen' zwischen den intendierten Anwendungen der Theorie.- 5.d Diskussion der zweifach modifizierten Ramsey-Darstellung am Beispiel der Miniaturtheorie m.- 5.e Das Problem der Ramsey-Eliminierbarkeit bei verallgemeinerter Ramsey-Darstellung.- 5.f Drei Leistungen theoretischer Funktionen: Ökonomie, Gehaltverschärfung, Prognosenbildung. 'Bedingte Verifikation' der Braithwaite-Ramsey-Vermutung für die verallgemeinerte Ramsey-Darstellung.- 5.g Dritte Verallgemeinerung der Ramsey-Darstellung: Einführung spezieller Gesetze mit Hilfe von Verschärfungen des Grundprädikates. Der zentrale empirische Satz (Ramsey-Sneed-Satz) einer Theorie.- 5.h Bemerkungen über empirischen Gehalt, Prüfung, Falsifikation und Bewährung von Theorien.- 6. Das Beispiel der klassischen Partikelmechanik.- 6.a Partikelkinematik, Partikelmechanik und klassische Partikelmechanik.- 6.b Einführung von Nebenbedingungen.- 6.c Ein theoretischer Erklärungsbegriff.- 6.d Spezielle Kraftgesetze und Prädikatverschärfungen: das dritte Gesetz von Newton; das Gesetz von Hooke; das Gravitationsgesetz.- 6.e Einige zusätzliche Bemerkungen über spezielle Nebenbedingungen, Galilei-Transformationen sowie über das zweite Gesetz von Newton.- (I) Ein Beispiel zur Erläuterung der Rolle spezieller Nebenbedingungen.- (II) Die Invarianz in bezug auf Galilei-Transformationen.- (III) Die epistemologische Rolle des zweiten Gesetzes von Newton.- 7. Was ist eine physikalische Theorie? Skizze einer Alternative zur Aussagenkonzeption (statement view) von Theorien.- 7.a Theorie als mathematische Struktur, als Proposition und als empirischer Satz.- 7.b Strukturrahme
1. Falsche Orientierung am großen Bruder? Auf die Frage nach dem Gegenstand der Wissenschaftstheorie konnte man die Antwort geben: "Kein Mensch weiß, wovon die Wissenschaftstheorie handelt; denn sie ist eine Disziplin ohne Objekt." Dies würde an die Art und Weise erinnern, in der einst B. RUSSELL die Mathematik charakterisierte. Aber während er in der für ihn typischen humorvollen Weise auf das Problem der mathematischen Erkenntnis hinweisen wollte, könnte die vorliegende Antwort durchaus ernst gemeint sein und das heißt hier: durchaus boshaft. Die Behauptung ließe sich durch einen Vergleich mit der Situation in der Philosophie der Mathematik stützen. Die Entwicklung der Philosophie der Mathematik zu einer exakten Wissenschaft, genannt Metamathematik, ist durch die mathematische Grundlagenkrise hervorgerufen worden. Da diese Krise durch die Entdeckung der mengentheoretischen Antinomien ausgelöst wurde, wird sie oft so dargestellt, als habe es sich dabei um ein tragisches Ereignis in der modernen Mathematik gehandelt. Betrachtet man diesen Vorgang unter dem Aspekt der Wirkung, so gelangt man eher zu der gegenteiligen Beurteilung: Die Entdeckung von Antinomien war ein höchstglückliches Ereignis; denn sie bewirkte den Zwang zur Formalisierung und Präzisierung des Erkenntnisgegenstandes der Philosophie der Mathematik. Intuitive Vorstellungen vom mathematischen Denken wurden durch genau beschreibbare Objekte ersetzt und die Philosophie der Mathematik entwickelte sich zur mathematischen Grundlagenforschung, die in allen ihren Verzweigungen zu Disziplinen führte, die der Mathematik an Präzision nicht nachstanden und die heute selbst als Teile der Mathematik angesehen werden.