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Die Lebenskunst der Südosteuropäer
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Die Lebenskunst der Südosteuropäer

Die Küche als kulturelles Zentrum der bulgarischen Familie
 Ebook
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ISBN-13:
9783640137541
Einband:
Ebook
Seiten:
14
Autor:
Irina Kirova
eBook Typ:
Adobe Digital Editions
eBook Format:
EPUB
Kopierschutz:
0 - No protection
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Essay aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Kulturwissenschaften - Osteuropa, Humboldt-Universität zu Berlin (Seminar für Ästhetik), Veranstaltung: Einführungskurs: Integrale Ästhetik, 5 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Egal ob im kleinsten Dorf oder der modernsten Großstadt, im Balkanstaattreffen sich die Menschen ...
Essay aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Kulturwissenschaften - Osteuropa, Humboldt-Universität zu Berlin (Seminar für Ästhetik), Veranstaltung: Einführungskurs: Integrale Ästhetik, 5 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Egal ob im kleinsten Dorf oder der modernsten Großstadt, im Balkanstaattreffen sich die Menschen jeden Abend nach getaner Arbeit am Esstisch derheimischen Küche wieder.Die Bulgaren erlegen dem Essen einen hohen Stellenwert auf, weshalbnicht etwa der Fernseher im Wohnzimmer den Anziehungspunkt darstellt, vondem jedes Familienmitglied scheinbar magisch angelockt wird. Vielmehr ist esdie einmalige Kombination wohlbekannter Aromen, schillernde Farben undeinmalige Geschmäcke, die aus der Küche strömend diese einzigartigeAttraktivität ausüben und aus einem Haus mit abblätterndem Putz, rostigenFenstergittern und eimergroßen Löchern im Dach einen Palast, und vor allemein Heim, machen.Das Frühstück hat, wie auch in vielen anderen südeuropäischenLändern, keine allzu große Bedeutung. Es ist größtenteils recht dürftig. Fürviele bedeutet Frühstück ohnehin nur die flüchtige Aufnahme eines Espressosund einer, erfahrungsgemäß aber meistens mehrerer Zigaretten.Ansonsten nimmt auch das Mittagsessen, besonders in dersommerlich-heißen Mittagssonne, nicht sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit inAnspruch. Der Tag wird von Schule und Arbeit bestimmt und Familie undFreunde sind getrennt. Daher versammelt sich nun die gesamte Familie mitder Abenddämmerung um den Tisch herum, wo sie nicht etwa die nächsten15 Minuten, sondern die folgenden Stunden verbringt. Grundsätzlich spielt im Leben der Bulgaren Essen und Trinken eine zentraleRolle. Auch außer Haus, in den zahlreichen Restaurants wird gerne und langegespeist und mindestens auch soviel geredet. Die vielen Cafés, Konditoreien,den Sladkarnicas, Gaststätten und die volkstümlichen Lokale Hance undMehana in den Straßen sind dicht an dicht gedrängt und trotzdem immer sovoll, dass man sich fragen könnte, wann die Menschen die Zeit dazu finden,zur Arbeit zu gehen. Ein bulgarischer Abend zu hause beginnt stets einige Stunden vor demtatsächlichen Akt des Essens mit der Zubereitung der Speisen, da sichFertigprodukte, geschweige denn Fertiggerichte, glücklicherweise noch immernicht durchsetzen können. Immerhin würde es der Oma das Herz brechen,eine andere Erdbeermarmelade als die Eigene oder ein anderenTomatenketchup als den Hausgemachten zu benutzen und vielleicht auchnoch Geld dafür zu bezahlen, nachdem sie sich die Finger wund und denRücken kaputt geschuftet hat nur um den Lieben die leckeren Köstlichkeitenbieten zu können.