AHA-BUCH

Realzins, Inflation und Kapitalzins

Eine Neuinterpretation des Fisher-Theorems
 Book
Print on Demand | 1027 Stück | Lieferzeit:3-5 Tage I

54,99 €*

Alle Preise inkl. MwSt. | zzgl. Versand
ISBN-13:
9783540118398
Einband:
Book
Erscheinungsdatum:
01.09.1982
Seiten:
284
Autor:
W. Gebauer
Gewicht:
493 g
Format:
244x170x15 mm
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

99
Detailliertes Inhaltsverzeichnis.- I Zins und Inflation: Die Analyse von Fisher.- 1 Fishers ursprüngliches Theorem.- 1.1 Ausgangspunkt und Fragestellung.- 1.2 Annahmen und Definitionen.- 1.3 Ableitung.- 1.4 Aussagen und Implikationen.- 1.4.1 Zeitaspekt, Geltungsbereich und grundlegende Aussage.- 1.4.2 Gleichung versus Identität.- 1.4.3 Restriktionen und Vereinfachungen.- 1.4.4 Die theoretische Anpassung nominaler Zinssätze an Inflatiooiserwartungen.- Anhang: Fishers Zinskonzept.- A 1 Das Agiokonzept: Der Zinssatz als intertemporaler relativer Preis.- A 2 Das kapitaltheoretische Zinskonzept: Der Zinssatz als Bindeglied zwischen Vermögensbestand und Einkommensstrom.- 2 Fishers Evidenz.- 2.1 Renditevergleiche.- 2.2 Vergleich beobachteter Geld- und Realzinssätze.- 2.3 Korrelation nominaler Zinssätze mit zeitverzögerten Inflationsraten.- 2.3.1 Fragestellung.- 2.3.2 Die Modifikation der Testhypothese.- 2.3.3 Ergebnisse.- 3 Fishers Auswertung der Evidenz.- 3.1 Erklärung des Gibson-Paradoxons.- 3.2 Wirkungsverzögerung und indirekter Zusammenhang zwischen Zins und Inflation.- 3.3 Umgekehrte Kausalität und die Zinspolitik des Bankensystems.- 3.4 Praxisorientierung.- Zusammenfassung Teil I.- II Neuere Partialanalysen des Fisher-Theorems.- 4 Partielle Erweiterungen des Theorems.- 4.1 Der Mehrperioden-Realzinssatz.- 4.2 Anpassungsprozeß nominaler Zinssätze an Inflationserwartungen auf Märkten für Finanzaktiva.- 4.3 Das Theorem nach Steuern.- 4.4 Das Theorem für eine offene Volkswirtschaft..- 4.4.1 Das offene Fisher-Theorem in einer risikolosen Idealwelt.- 4.4.2 Offenes Fisher-Theorem, Zinsparität und Kaufkraftparität.- Zusammenfassung.- 5 Inflationserwartungen.- 5.1 Inflationserwartungen als verteilter Lag.- 5.1.1 Autoregressive und adaptive Ansätze.- 5.1.2 Verteilte Lags und Fisher-Theorem in Schätz-gleichungen der reduzierten Form.- 5.1.3 Empirische Ergebnisse.- 5.2 Beobachtete Inflationserwartungen.- 5.3 Rationale Erwartungen.- 5.3.1 Strenge Rationalität und vollkommene Voraussicht.- 5.3.2 Neutralität und Grade der Rationalität.- 5.3.3 Rationale Inflationserwartungen und nominale Zinssätze.- 5.4 Markteffizienz.- 5.4.1 Theorie der Markteffizienz.- 5.4.2 Markteffizienz und Fisher-Theorem.- Zusammenfassung.- 6 Realzinssätze.- 6.1 Zur Messung erwarteter Realzinssätze.- 6.2 Überlegungen zu einer disaggregierten Berechnung preisbereinigter Zinssätze.- 6.2.1 Zeitaspekte.- 6.2.2 Auswahl geeigneter Nominalzinssätze und Preisindices für Gläubiger und Schuldner.- Zusammenfassung.- III Das Fisher-Theorem im Gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang.- T Realzins und Kapitalzins.- 7.1 Kapitalzinskonzepte.- 7.1.1 Klassiker.- 7.1.2 Wickseil und Keynes.- 7.1.3 Tobin.- 7.2 Realzins und Kapitalzins in der intertemporalen Preistheorie.- 7.2.1 Realzins und Neutralität.- 7.2.2 Zur Gleichheit von Realzins und Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals.- 7.3 Realzins, Kapitalzins und Fisher-Theorem.- Zusammenfassung.- 8 Das Fisher-Theorem im makroökonomischen Modell bei Gleichheit von Realzins und Kapitalzins.- 8.1 Zur Kritik von Keynes.- 8.2 Der Mundell-Effekt bei vollkommener Voraussicht.- 8.3 Ein IS-LM Modell mit variablem Preisniveau, Realkasseneffekt und vollkommener Voraussicht.- 8.3.1 Variables Preisniveau.- 8.3.2 Realkasseneffekt.- 8.3.3 Perfekte Inflationserwartungen (vollkommene Voraussicht).- 8.3.4 Fisher-Theorem und Realkasseneffekt bei vollkommener Voraussicht.- 8.4 Das Fisher-Theorem im IS-LM Modell bei adaptiver Erwartungsbildung.- Zusammenfassung.- 9 Tobins q-Relation, Investitionen und Notenbankpolitik.- 9.1 Zum Beitrag Wicksells.- 9.2 Theorie der q-Relation und Transmission der Zins- und Liquiditätspolitik.- Zusammenfassung.
Irving Fisher hat gegen Ende des 19. Jahrhunderts den generellen Zu sammenhang zwischen Zinssätzen, die in unterschiedlichen Rechenein heiten ausgedrückt sind, und Wertänderungserwartungen für diese Re cheneinheiten theoretisch und empirisch untersucht. Er formulierte speziell die Hypothese einer sofortigen, direkten und vollständigen Anpassung von nominalen Zinssätzen finanzieller Aktiva an erwartete Veränderungen der Kaufkraft des Geldes. Diese Hypothese implizierte konstante, von Inflationserwartungen nicht beeinfluete Realzinssätze. In den vergangenen Jahrzehnten seit Ende des 2. Weltkrieges wurde das Fisher-Theorem "wiederentdeckt". Für das zunehmende Interesse sorgten insbesondere die moderne Monetarismus-Diskussion mit der ebenfalls "wiederentdeckten" Quantitätstheorie des Geldes und die anhaltenden Inflationserscheinungen in den westlichen Industrienationen. Der Zu sammenhang zwischen "Appreciation and Interest" - so der Titel von Fishers Pionierarbeit im Jahre 1896 - wurde ein zentraler Bestandteil der modernen Geldtheorie. Das Postulat einer langfristigen Neutrali tät des Geldes und der Inflation in Bezug auf reale Grõeen wie Pro duktion und Beschäftigung impliziert konstante Realzinssätze. Das Fisher-Theorem wurde so in wesentliche Bereiche der neueren, dem Inflationsphänomen zugewandten Wirtschaftstheorie einbezogen: Es spielt eine Rolle bei der Analyse einzelner Finanzmärkte im nationalen und internationalen Bereich; es ist Teil der mikroõkonomischen, inter temporalen Preistheorie und der makroõkonomischen Theorie der Investi tionen und Konjunkturschwankungen; es steht hinter dem praktischen und wirtschaftspolitischen Realzinskalkül für einzelne Märkte oder Volks wirtschaften, eingeordnet in Berechnungen mit realen, preisbereinig ten Grõeen überhaupt.