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Soziologie und Politik

Sozialwissenschaftliches Expertenwissen im Dritten Reich und in der frühen westdeutschen Nachkriegszeit
 Ebook
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46,99 €*

ISBN-13:
9783531915401
Einband:
Ebook
Seiten:
418
Autor:
Carsten Klingemann
eBook Typ:
PDF
eBook Format:
EPUB
Kopierschutz:
1 - PDF Watermark
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

"Die vorliegende Untersuchung zur Soziologie im Dritten Reich und in der frühen Nachkriegszeit lässt sich von der Beobachtung leiten, dass die Interdependenz zwischen der außeruniversitären Professionalisierung der Soziologie und ihrer akademischen Institutionalisierung ein grundlegendes Prinzip ihrer Entstehung und Weiterentwicklung darstellt. Erweitert wird diese Grundannahme durch das Modell der ?rekursiven Kopplung?, das heißt der Wechselwirkung zwischen der Verwissenschaftlichung der Politik und der Politisierung der Wissenschaft. Diese und andere Ansätze werden im Kontext nationalsozialistischer Politikfelder am Beispiel der soziologischen Ost- und Westforschung, der Agrarsoziologie, der Bevölkerungsforschung, des Einsatzes von sozialwissenschaftlichem Expertenwissen in der Siedlungspolitik und im NS-Auslandsgeheimdienst sowie der NS-Wissenschaftspolitik diskutiert. Die Behandlung der Nachkriegssoziologie umfasst u. a. die Etablierung einer eigenständigen Flüchtlingssoziologie durch ehemalige "Reichssoziologen", deren maßgebliche Mitbegründung der modernen Sozialgeschichtsschreibung sowie dominierende Mitarbeit am Kleinen und Großen Brockhaus Ende der 40er und in den 50er Jahren als einflussreiche Meinungsführer. Es wird durchgängig die Bedeutung ihrer fachwissenschaftlichen Reputation - insbesondere für die westlichen Besatzungsmächte - im Aufbau der westdeutschen Soziologie diskutiert."
"Soziologie im Dritten Reich - Soziologie in der frühen westdeutschen Nachkriegszeit"
Im Fall der Soziologie kam es zwar nicht zu ihrer Etablierung als Hochschulfach, d- noch ließ sich dieses wissenschaftssoziologische Modell fruchtbar auf die politischen R- menbedingungen der Entwicklung sozialwissenschaftlichen Expertenwissens und dessen 2 Positionierung in Praxisfeldern während des Nationalsozialismus in Analogie übertragen. Diese Sichtweise leitet auch die hier versammelten Beiträge. Sie wird allerdings ergänzt durch das Konzept von Peter Weingart, das die Verwissenschaftlichung der Politik und die 3 Politisierung der Wissenschaft als rekursive Kopplung erfasst (Weingart 2001, 2003). Unter Verweis auf dieses Konzept hat Margit Szöllösi-Janze bei der Behandlung der w- senschaftlichen Politikberatung vom Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus die immer enger werdende Beziehung von Politik und Wissenschaft betont und für die letzte Phase festgehalten: Selten ist das sowohl instrumentelle als auch legitimatorische Wechselv- hältnis zwischen Politik und Wissenschaft jedoch deutlicher greifbar als im Nationalsoz- lismus, als die Politisierung von Wissenschaft und die Verwissenschaftlichung von Politik konvergierten (Szöllösi-Janze 2004a: 99f). Diese Aussage gilt generell auch für die im Folgenden vorgestellten wissenschaftlichen Aktivitäten von Soziologen in Politikfeldern des NS-Staates. Um dort ernst genommen zu werden, mussten sie sich als Fachwiss- schaftler bewähren. Das wiederum erzwang eine Modernisierung der hergebrachten Ori- tierung der deutschen Soziologie im Wege ihrer Empirisierung. Damit standen die im NS- Staat verbliebenen Soziologen aber nicht allein, da nationalsozialistische Politiker auf p- fessorale weltanschauliche Besserwisserei überhaupt verzichten konnten: Das Dritte Reich bedeutete daher auch einen Bruch in der Tradition des deutschen Mandarinentums, wie Fritz Ringer es beschrieben hat.

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