'Was mir die Engel erzählen...'. Mahlers traumhafte Gegenwelten

 Taschenbuch
Vorbestellbar | Lieferzeit:3-5 Tage I

Erstverkaufstag: 01.08.2011

48,00 €*

Alle Preise inkl. MwSt. | zzgl. Versand
ISBN-13:
9783487145952
Einband:
Taschenbuch
Erscheinungsdatum:
01.08.2011
Seiten:
298
Autor:
Ute Jung-Kaiser
Gewicht:
488 g
Format:
211x151x18 mm
Serie:
6, Wegzeichen Musik
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:
Gustav Mahler war ein Mann der Extreme, als Mensch wie als Künstler. Die höchste Glut der freudigsten Lebenskraft und die verzehrendste Todessehnsucht; beide thronen abwechselnd in meinem Herzen , schrieb er bereits als 19-Jähriger. Die Erfahrung, zwischen Himmel und Erde zugleich verloren zu sein, wird zu Mahlers Lebensmelodie (A. Schönberg) und zum zentralen Thema seiner Musik. So baut er Spannungsbögen auf zwischen Todtenfeier und Auferstehungschoral (2. Sinfonie), vertont er sein großes Heimweh nach dem weiten Land erlösender Zukunftsmusik. Dieses lässt ihn Stimmen wahrnehmen, die wie aus einer anderen Welt herüber[klingen] , macht ihm hörbar, was die Engel erzählen (3. Sinfonie) oder die kreisenden Planeten (8. Sinfonie).
Mahler wusste seine künstlerische Botschaft emphatisch zu vermitteln, so dass ihn Schönberg als selbstleuchtenden Propheten apostrophierte. Dieser heilige, hymnenhafte Mann habe visionärste Musik komponiert, bestätigte E. Bloch. Doch Augen, die die Zukunft sehen (Schönberg), verstören auch, machen den Totalitätsanspruch verdächtig: War er nicht auch Usurpator (H. Mayer), der seine Kunstreligion apodiktisch verordnete? Waren seine traumhaften Gegenwelten klanggewordene Wirklichkeit oder unerlöste Utopie? War sein Hauptwerk die missglückte, objektiv unmögliche Wiederbelebung des Kultischen (Adorno)?
Diesen Fragen, Thesen und Hypothesen stellen sich Wissenschaftler, Dichter, Musiker und Bildende Künstler.
Gustav Mahler was given to extremes, both as man and as artist. Even at the age of 19 he could write that, The strongest glow of life s most joyous power and the all-consuming yearning for death, both rule alternately in my heart. The experience of being lost between heaven and earth became, in Schoenberg s words, the melody of life for Mahler and the central theme of his music. Thus he creates tension between the funeral ceremony and resurrection chorus (2nd Symphony), and sets to music his great homesickness for the distant land of the redeeming music of the future. This allows him to recognise voices which sound as if they come from another world , enables him to hear what the angels tell (3rd Symphony), or the circling planets (8th Symphony).
Mahler understood how to convey emphatically his artistic mission, so that Schoenberg addressed him as a luminous prophet. Ernst Bloch claimed that this holy, hymn-like man had composed the most visionary music . But eyes that see the future (Schoenberg) can also be unsettling and may be suspected of totalitarianism: was he not a usurper (H. Mayer) who firmly prescribed his religion of art? Were his dream-like parallel worlds reality made sound or unredeemed Utopias? Was his principal work the failed, objectively impossible revival of the cultic (Adorno)?
Academics, writers, musicians and visual artists examine these questions, theses and hypotheses.

Kunden Rezensionen

Zu diesem Artikel ist noch keine Rezension vorhanden.
Helfen sie anderen Besuchern und verfassen Sie selbst eine Rezension.