Bundeskanzlerermessen im Verfassungsstaat

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ISBN-13:
9783428129539
Einband:
Taschenbuch
Erscheinungsdatum:
08.05.2009
Seiten:
252
Autor:
Christian Tobias Roth
Gewicht:
339 g
Format:
236x156x14 mm
Serie:
1125, Schriften zum Öffentlichen Recht
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:
Aus dem Inhalt:
A. Einleitung - B. Historische Einordnung und inhaltliche Abgrenzung politischen Ermessens - C. Gubernative Entscheidungsspielräume in der Rechtsprechung - D. Ermessen im Allgemeinen Verwaltungsrecht - E. Verwaltungsrechtliche Entscheidungskategorien im Verfassungsrecht? - F. Systematisierung öffentlich-rechtlicher Entscheidungsspielräume am Beispiel der Regierung - G. Verfassungsrechtliche Determination gubernativer Entscheidungen - H. Politische Entscheidungsspielräume als Grenzen der Verfassungsgerichtsbarkeit - I. Schluss - Literatur- und Sachwortverzeichnis
"Ermessen" ist ein Rechtsbegriff, dessen Herkunft und primäres Anwendungsgebiet im Verwaltungsrecht liegt. Das Bundesverfassungsgericht verwendet den Terminus in einigen bedeutenden Urteilen, um seine Nachprüfungskompetenz gegenüber den staatsleitenden Regierungsorganen abzugrenzen. Diese Begriffsübertragung markiert eine besondere Schnittstelle zwischen Verwaltungs- und Verfassungsrecht, die es zu hinterfragen gilt: Ob und unter welchen Voraussetzungen eignet sich Ermessen zur Erfassung von Entscheidungsspielräumen der Bundesregierung und des Bundeskanzlers? Und wie verhält sich ein "Bundeskanzlerermessen" zu der Vielzahl anderer Begriffe - Gestaltungsspielraum, Einschätzungsprärogative oder Beurteilungsspielraum -, welche die Grenzen der Rechtsbindung von Verfassungsorganen umschreiben?
Christian Tobias Roth untersucht zunächst verschiedene Formen von Injustiziabilität im Regierungsbereich und grenzt sie gegenüber dem Ermessen ab. Eine Auswertung höchstrichterlicher Urteile erschließt sodann die Funktion und den abstrakten Bedeutungsgehalt der in der Rechtsprechung anzutreffenden Begriffe. Ausgehend vom Verwaltungsrecht erörtert der Autor die Struktur von Ermessen und identifiziert es als eine von Normenhierarchie und Entscheidungsträger unabhängige Beschränkung richterlicher Kontrolle. Dieser Befund erlaubt nicht nur seine Transformation in das Verfassungsrecht; verfassungsrechtlich erscheint sie sogar geboten. Ermessen kann hier dazu beitragen, die Sphären des Rechts und der Politik in weiten Teilen kommensurabel zu gestalten. Gleichwohl verbietet sich eine Gleichsetzung mit einer lediglich durch den Verfassungsrahmen negativ begrenzten politischen Gestaltungsfreiheit. Am Beispiel der Art. 64, 65 und 68 GG untersucht der Autor die verschiedenen Entscheidungskategorien anhand konkreter Normen und praktisch relevanter Konstellationen. Die Frage nach einem gubernativen oder einem "Bundeskanzlerermessen" ist zugleich die Frage nach den Grenzen der Verfassungsgerichtsbarkeit. Sie wird im letzten Kapitel unter Einbeziehung der gewonnenen Erkenntnisse beleuchtet.

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