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Montesquieu-Traditionen in Deutschland

Beiträge zur Erforschung eines Klassikers
 Taschenbuch
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ISBN-13:
9783428119240
Einband:
Taschenbuch
Erscheinungsdatum:
02.09.2005
Seiten:
289
Autor:
Edgar Mass
Gewicht:
387 g
Format:
233x157x15 mm
Serie:
139, Beiträge zur Politischen Wissenschaft
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Aus dem Inhalt:
E. Mass / P.-L. Weinacht, Einleitung - W. Hasbach (1911), Ist Montesquieu ein Anhänger der Lehre von der Volkssouveränität? - V. Klemperer (1914), Lettres Persanes - C. Schmitt (1921), Der Übergang zur souveränen Diktatur in der Staatslehre des 18. Jahrhunderts - E. Cassirer (1932), Die Eroberung der geschichtlichen Welt - G. Ipsen (1933), Montesquieu und die politische Soziologie - F. Meinecke (1936), Die Entstehung des Historismus - M. Göhring (1946), Feudale Reaktion und Aufklärung - E. Forsthoff (1948), Montesquieus "Esprit des Lois". Zum Gedächtnis des Erscheinens im November 1748 - G. Radbruch (1948), Die Natur der Sache als juristische Denkform - F. A. Freiherr von der Heydte (1950), Die Persönlichkeit Montesquieus und seine Werke. Lehrmeister des modernen Rechtsstaates - F. Schalk (1951), Montesquieu und die europäischen Traditionen - W. Krauss (1956), 1734 als Jahr der Entscheidung für Montesquieus "Esprit des lois" - E.-W. Böckenförde (1958), Die Theorie der Gewaltengliederung - H. Maier (1962), Montesquieu und die Tradition - R. Vierhaus (1965), Montesquieu in Deutschland. Zur Geschichte seiner Wirkung als politischer Schriftsteller im 18. Jahrhundert - A. Morkel (1966), Montesquieus Begriff der Despotie - W. Kuhfuß (1975), Die Bedeutung der Mäßigung im Werk Montesquieus - D. Merten (1987), Friedrich der Große und Montesquieu. Zu den Anfängen des Rechtsstaats im 18. Jahrhundert - P. Kondylis (1994), Montesquieu und der Geist der Gesetze. Naturgesetz, Naturrecht, positives Recht - C. Opitz (1998), Politik und Geselligkeit der Geschlechter in Montesquieus Vom Geist der Gesetze (1748) - A. Riklin (1999), Die gewaltenteilige Mischverfassung Montesquieus im ideengeschichtlichen Zusammenhang - G. Wagner (1999), Plädoyer für eine kosmopolitische Soziologie
Die Verbreitungswege, die Formen der Aufnahme von Ideen Montesquieus und ihr Niederschlag in der Wissenschaft oder in der pragmatischen Literatur wurden für das 18. Jahrhundert vorbildlich von Rudolf Vierhaus erforscht. Ultrakonservative Universitäten wie Leipzig wendeten sich spitzfindig gegen Montesquieus Ideen, Reformhochschulen wie Halle und Göttingen trugen sie weiter, so wie auch die aufgeklärten Herrscherhäuser sie in die Programme der Fürstenerzieher aufnahmen. Arndt und Vom Stein, und wieder der Vormärz berufen sich auf Montesquieu, und die 48er Bewegung nimmt in einer neuen Übersetzung von Ellissen wahr, daß Gewaltenteilung und Rechtsstaat zusammengehören. Es ist wohl Kants Strenge, verbunden mit dem nordamerikanischen "Axiom Montesquieu", die einen Robert von Mohl veranlaßten, "Gewaltenteilung im Sinne Montesquieus" zu fixieren. Die Formel erscheint seither jedenfalls in den Diskussionen der Monarchisten (ablehnend), wie der Konstitutionalisten (zustimmend) bis über das Bismarckreich hinaus. Nachdem auch Georg Jellinek den Begriff eindeutig an Montesquieu gebunden hat, bleibt die Formel fest im Argumentationsarsenal verankert.
Hier setzen die differenzierenden Analysen der neueren Montesquieu-Diskussion an, die aus Anlaß der Neuformulierungen der Staatsidee eines verfaßten Deutschland nach den beiden Weltkriegen politische Brisanz gewannen und behielten. Der Weg in die Verfassungsstaatlichkeit der Zweiten deutschen Republik wurde, wenn man die Protokolle der verfassunggebenden Versammlungen der Länder, des Herrenchiemseer Konvents und des Parlamentarischen Rates genau liest, auch unter der Fahne Montesquieus beschritten.

In diesem Band findet sich eine Auswahl von wissenschaftliche Texten zu Montesquieu. Es sind Texte, in denen sein literarisches, vor allem aber sein politisches Werk, im 20. Jahrhundert in Deutschland Verbreitung gefunden hat: kurze bzw. unwesentlich gekürzte Texte wie Aufsätze, Vorträge, Kapitel aus Monographien. Sie sollen typische Fragestellungen zeigen, die in den jeweiligen Disziplinen die Beschäftigung mit Montesquieu anleiten. Neben den alten Rezeptions-Disziplinen Literaturgeschichte, Geschichtswissenschaft, Jurisprudenz sind es die Soziologie und die Politische Wissenschaft. Den überwiegend deutschen Verfassern stehen auch zwei schweizerische Autoren zur Seite: dies hängt neben der gemeinsamen Sprache damit zusammen, daß nicht für ein schweizerisches oder ein deutsches, sondern für das deutschsprachige Publikum geschrieben wird.

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