AHA-BUCH

Wem gehört die Heimat?

Beiträge der politischen Psychologie zu einem umstrittenen Phänomen
 Taschenbuch
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ISBN-13:
9783322972521
Einband:
Taschenbuch
Erscheinungsdatum:
23.08.2014
Seiten:
263
Autor:
Wilfried Belschner
Gewicht:
351 g
Format:
211x149x17 mm
Serie:
Politische Psychologie
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Über die scheinbare Selbstverständlichkeit eines Gegenstandes Wem gehört die Heimat - in Politik und Politischer Psychologie?.- Über die scheinbare Selbstverständlichkeit eines Gegenstandes Wem gehört die Heimat - in Politik und Politischer Psychologie?.- Theoretische Perspektiven: Heimat und Politische Psychologie.- Wem gehört die Heimat?.- Zum Problem des Politischen in einer Politischen Psychologie.- Geschichtlichkeit und Perspektivität von Heimat: Struktur und Funktion einer Orientierung auf Heimat, der kulturelle Gestaltungsprozeß von Heimat und seine Grenzen.- Heimat und Kontinuität Von der Heimat zu dem Ort, worin noch niemand war.- Nun Ade, du mein lieb Heimatland ... Überlegungen zur Heimat als Grenzbegriff.- Heimat als ein Resultat von Sozialisation - Versuch einer nicht-ideologischen Bestimmung.- Heimat in ökopsychologischer Sicht.- Anmerkungen zum Heimatbegriff.- Gerechte Heimat für alle?.- Heimat als Gefahr? Probleme der Regionalentwicklung im Ruhrgebiet.- Regionalbewußtsein als regionale, kollektive Identität.- Vom Nationalstaat zum demokratischen Verfassungsstaat: Kollektive Identitätsbildung unter den Bedingungen vielfältiger Lebensformen und universalistischer Prinzipien.- Nur neue Innerlichkeit - oder: Ein radikalisiertes Bedürfnis nach Heimat.- Über kollektive Identifizierungen: die Nation.- Die Verwestlichung der Bundesrepublik durch die 45er- und durch die 68er-Generation.- Heimat und Familie in der Erinnerung prominenter Zeitgenossen: Eine Studie zur Anthologie "Mein Elternhaus" von Rudolf Pörtner.- Heimatlosigkeit und die Flüchtigkeit der Bilder.- Zentraler Sachzwang - regionale Emanzipation und Widerstand: Heimat zwischen politischer Machtsicherung und Autonomie regionaler Lebensgestaltung.- "Mut" zur Heimat? - Strukturmomente konservativer und rechtsradikaler Heimatvorstellungen.- Heimatliebe, Patriotismus, Internationalismus.- Frühe Kritik von "Links" am sowjetrussischen Zentralismus.- Psychologie: fern der Heimat - nah dem Menschen.- Kulturelle Identität und die subjektive Verarbeitung historischer Ereignisse.- Sinti und Roma in Ostwestfalen-Lippe Zur Heimatgebundenheit und permanenten Vertreibung einer ethnischen Minderheit.- Psychosomatische Erkrankungen im Zusammenhang mit Migration.
1. Die Zeichen von Krieg, Vertreibung und Flucht, die heute unsere Nachrich ten aus Osteuropa beherrschen, verleihen dem Thema dieses Bandes eine grauenhafte Aktualität. Das halbe Jahrhundert gepanzerter Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg hatte fast vergessen lassen, welche Gewalt die unter drückten Konflikte um Lebensformen und Territorien behalten; wie erbittert sie als Kampf um ethnische oder nationale Identität erlebt und geführt wer den. Es ist wie ein Blick in die brutale Vorgeschichte des Heimatphänomens, dessen materielle Dynamik durch den hegemonialen Fortschritt von Industrie und Weltmarkt - für unsere Weltgegend jedenfalls - gebändigt schien. Der säkulare Modemisierungsprozeß zerstört ja mit dem Zwang zu Indu strialisierung und Weltmarktanpassung unaufhaltsam und unumkehrbar die traditionalen Grundlagen von regionalen Kulturen, von Gemeinschaftlichkeit und kollektiver Identität; wir sahen und sehen fortgesetzt diesen lebensweltli chen Strukturwandel, in dem das Materiale der Heimat untergeht. Den ge schichtlichen Individualitäten der Landschaft, der agrarischen, handwerkli chen und auch industriellen Arbeitsformen, der Bauformen, der familialen Muster, schließlich der Mentalitäten und Sprachformen wird-im Zuge einer Subsumption unter das Allgemeine des globalen Verwertungsprozesses-ihr Eigensinn genommen. Aber ist es nicht so, daß gerade an diesem Eigenen - Sehnsucht wie Haß stiftend - in unserer Kindheit sich eine psychosoziale Disposition bildete, die unser Wesen durchprägt, in die wir immer schon ver setzt sind und die uns nur im nachhinein - in der Bewußtseinsaufgabe, unser Erleben zu reflektieren - zugänglich wird. So ist Heimat das dem Einzelnen zugefügte Eigene, dem er sich affirmativ oder kritisch, getrieben oder sublimierend widmen oder entziehen kann.

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