AHA-BUCH

Die Pathologisierung des Künstlers

Künstlerlegenden der Moderne
 Taschenbuch
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Erstverkaufstag: 01.12.2018

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ISBN-13:
9783050062921
Einband:
Taschenbuch
Erscheinungsdatum:
01.12.2018
Seiten:
408
Autor:
Bettina Gockel
Format:
280x148x mm
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Aus dem Inhalt:I. Einführung- Künstlersubjekt und Wissenschaftsgeschichte- Der Künstler im kulturellen System- Wissenschaft vom Künstler und KunstgeschichteII. Von der Biologisierung zur Psychologisierung des Künstlers- Ideen- und Wissenschaftsgeschichte des künstlerischen Genies- Cesare Lombroso- Max Nordau- Emil Kraepelin- Sigmund Freud- Otto Rank- Versuche der Aufwertung des kranken Künstlergenies nach 1900- Die stille Schizophrenie III. Die Lebensgeschichte des Künstlers als Gegenstand der Pathographie und Psychopathologie- Geschichte der Pathographie- Geschlecht des Genies- Wilhelm Lange-Eichbaum- Hölderlin und van Gogh- Ludwig Binswanger d. J. und Karl Jaspers- Von der Epilepsie zur SchizophrenieIV. Ernst Ludwig Kirchner. Kunst, Psychiatrie und Politik- Forschungsstand- Kirchners Krankheit- Kunst und Politik in der Nervenheilanstalt Bellevue- Binswangers Personwissenschaft - Porträt und Persona- Kirchners Produktions- und Rezeptionstheorie des Bildes- Gelebte Vita - Binswanger und Kirchner auf der Stafelalp- Utopie und Leben- Kirchners Bibliothek- Kirchners SelbstmordV. Paul Klee. Künstlerlegende und Krankengeschichte als künstlerische Verfahren- Forschungsstand- Materialität und Erinnerung- Klees Legende über die Reise nach Tunesien- Klees Genie- Kunst der Sichtbarmachung und das künstlerische Subjekt- Klees Beitrag zur Schöpferischen Konfession - Klee und E.T.A. Hoffmann- Der Künstler im Krieg- Klees Bildtechnik- Klee und Worringer- Klees Krankheit und sein bildnerisches Verfahren der Dissoziation.
"Gelebte Vita" war das Stichwort, mit dem Ernst Kris und Otto Kurz 1934 in ihrer bahnbrechenden Studie über die Künstlerlegende auf das "psychologische Gebiet" hinwiesen, das es noch auszuloten gelte. Bettina Gockel setzt hier an und wendet diesen Hinweis in eine historisch-kritische Perspektive. In den Blick genommen wird die von Kris und Kurz nicht mehr untersuchte Phase der Biologisierung und Psychologisierung des Künstlers im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Die Künstlerlegende wurde zwischen 1880 und 1930 zur Krankengeschichte vermeintlich epileptischer, degenerierter und schizophrener Künstler. Anhand des breiten Spektrums von Krankheitsbildern der Neuropathologie und Degenerationstheorie wird erstmals erkennbar, wie wenig stringent und mit welch unterschiedlichen Werten und Zielen die Pathologisierung des Künstlers und seiner Lebensgeschichte eine wissenschaftliche Begründung erfahren sollte. So findet sich die Degenerationsthese, die vor und um 1900 noch das Argument einer biologistischen Kulturkritik war, während und nach dem 1. Weltkrieg in psychologisch-philosophischen Abhandlungen über den Künstler wieder. Hölderlin und van Gogh galten dabei als kranke Heroen höchster Empfindsamkeit in einer katastrophischen Moderne. Die Vorstellung vom kranken Helden schlug Künstler und Psychoanalytiker, Psychopathologen und Kunsthistoriker in ihren Bann. Dies wird in Einzeluntersuchungen deutlich, die von Freud über Binswanger und Jaspers bis zu Kirchner, Klee und Warburg reichen.

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