AHA-BUCH

Die Fenster der Monade

Gottfried Wilhem Leibniz' Theater der Natur und Kunst
 Buch
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ISBN-13:
9783050044910
Einband:
Buch
Erscheinungsdatum:
07.04.2008
Seiten:
280
Autor:
Horst Bredekamp
Gewicht:
729 g
Format:
240x170x23 mm
Serie:
Acta humaniora
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Das Buch steht im Zusammenhang des Versuches, die zentrale Rolle der Bilder für die Ausbildung der modernen Philosophie am Beispiel bedeutender Gestalten des siebzehnten Jahrhunderts zu rekonstruieren. Das Projekt begann mit der Erschließung der Staatstheorie aus der Bildpolitik des "Leviathan" von Thomas Hobbes. Mit Gottfried Wilhelm Leibniz' Ideen, ein Theater der Natur und Kunst sowie einen Atlas der Einbildungskraft zu errichten, folgt nun die Rekonstruktion eines Projektes, das für das Verständnis seiner Philosophie von tiefgreifender Bedeutung sein könnte.

Obwohl Leibniz diese Idee so hartnäckig und ausdauernd wie kaum ein anderes Unternehmen betrieben hat, ist sie in der Forschung bislang so gut wie unbekannt geblieben. Für diesen Umstand war die zersplitterte und unvollständige Überlieferung von Leibniz' Schriften ebenso verantwortlich wie ein mächtiger Strang der Philosophiegeschichte, der die Welt des Haptischen und Visuellen immer dann favorisiert, wenn sie transzendiert wird.

Die jüngsten Bände der Akademie-Ausgabe bieten jedoch erstmals die Möglichkeit, Leibniz' Wertschätzung der tastenden und zeichnenden Hand und des neugierigen und geschulten Auges im Zusammenhang zu verfolgen. Seine schier unbegreiflich vielfältigen Denkbewegungen und Aktivitäten erhalten mit dem Projekt des Theaters der Natur und Kunst daher nicht nur eine Ergänzung, sondern einen neuen Rahmen. Leibniz' Faible für das Theatrum Naturae et Artis könnte das Gesamtbild seiner Philosophie verwandeln, weil es die Kluft zwischen Kalkül und Anschauung wie auch zwischen der "Fensterlosigkeit" der Monade und der körperlichen Form ihrer Perzeptionsweisen zugleich vertieft und überbrückt.

99
1;Inhalt;52;Vorwort zur zweiten Auflage;8
3;I EINLEITUNG;12
3.1;1. Das Vorhaben;12
3.2;2. Der Strumpfbandknoten;13
3.3;3. Der Kosmos der gefalteten Tunika;15
3.4;4. Das Pentagramm und die schwingende Leinwand;18
3.5;1. Die Rolle der Kunstkammern;24
4;II DAS THEATER DER EXPONATE;24
4.1;2. Die Besuche von Sammlungen;30
4.2;3. Begriffsvarianten des;35
4.3;4. Bechers Theater der Natur und Kunst ;41
5;III DER PARISER GEDANKENSCHERZ ;46
5.1;1. Der Text;46
5.2;2. Guerickes Kugeln;50
5.3;3. Modelle und Automaten;55
5.4;4. Straßenkünstler und Spielpaläste;60
5.5;1. Schattentheater;65
6;IV DAS SPIEL VON LICHT UND SCHATTEN;65
6.1;2. Schatten als Lichtbringer;67
6.2;3. Das Konfliktpotential der Perspektive;74
6.3;4. Kreisende Schnittflächen und rotierende Kegel;78
6.4;1. Anamorphosen;82
7;V DAS MATHEMATISCHE KALKÜL;82
7.1;2. Kritik des Visuellen;86
7.2;3. Bildlichkeit mathematischer Zeichen;88
7.3;4. Unendlichkeit und transmathematische Schau;101
7.4;1. Die Kraft der;107
8;VI SINNLICHE ERKENNTNIS UND INTUITION;107
8.1;2. Die Stärken natürlicher Sprachen;111
8.2;3. Die Seele und der Körper der Monaden;112
8.3;4. Der;114
8.4;und die göttliche Blickform;114
8.5;1. Die Künstlerin Natur;117
9;VII FOSSILIEN UND DIE KUNSTTHEORIE DER ERDE;117
9.1;2. Die Kunst der Reproduktion;123
9.2;3. Das Dilemma der Naturgeschichte;126
9.3;4. Die Natur als Perspektivkünstlerin;127
9.4;1. Eigenschaften der Zeichnung;130
10;VIII ZEICHNUNGEN UND ENTWÜRFE;130
10.1;2. Der Louvre des Claude Perrault;132
10.2;3. Die Ovalbauten von Wolfenbüttel und Wien;138
10.3;4. Ikonographische Entwürfe für Medaillen und Zeremonien;145
10.4;1. Pariser Vorbilder;151
11;IX DER BILDERATLAS ALS LEBENDIGE BIBLIOTHEK;151
11.1;2. Die Konzepte des Bilderatlas;157
11.2;3. Die Inventarisierung der Ikonologie;161
11.3;4. Die Lebendigkeit der Bilder und die Utopien;166
11.4;1. Der Berliner Teilerfolg;171
12;X DIE AKADEMIEN UND IHRE THEATER;171
12.1;2. Die Bemühungen in Dresden;175
12.2;3. Die Ambitionen in Bezug auf Wien;177
12.3;4. Die posthume Erfüllung in St. Petersburg;180
12.4;1. Der Glanz des Zeigens;191
13;XI SCHLUSS;191
13.1;2. Kalkül und Intuition: Leibniz Aktualität;194
13.2;1. Quellen (1668 1716);198
14;ANHANG;198
14.1;2. Übersetzung des Drôle de Pensée;238
14.2;Anmerkung;247
14.3;3. Liste der Abkürzungen und der verwendeten Literatur;248
15;Register der historischen Personen;276
Das Buch steht im Zusammenhang des Versuches, die zentrale Rolle der Bilder für die Ausbildung der modernen Philosophie am Beispiel bedeutender Gestalten des siebzehnten Jahrhunderts zu rekonstruieren. Das Projekt begann mit der Erschließung der Staatstheorie aus der Bildpolitik des "Leviathan" von Thomas Hobbes. Mit Gottfried Wilhelm Leibniz' Ideen, ein Theater der Natur und Kunst sowie einen Atlas der Einbildungskraft zu errichten, folgt nun die Rekonstruktion eines Projektes, das für das Verständnis seiner Philosophie von tiefgreifender Bedeutung sein könnte. Obwohl Leibniz diese Idee so hartnäckig und ausdauernd wie kaum ein anderes Unternehmen betrieben hat, ist sie in der Forschung bislang so gut wie unbekannt geblieben. Für diesen Umstand war die zersplitterte und unvollständige Überlieferung von Leibniz' Schriften ebenso verantwortlich wie ein mächtiger Strang der Philosophiegeschichte, der die Welt des Haptischen und Visuellen immer dann favorisiert, wenn sie transzendiert wird. Die jüngsten Bände der Akademie-Ausgabe bieten jedoch erstmals die Möglichkeit, Leibniz' Wertschätzung der tastenden und zeichnenden Hand und des neugierigen und geschulten Auges im Zusammenhang zu verfolgen. Seine schier unbegreiflich vielfältigen Denkbewegungen und Aktivitäten erhalten mit dem Projekt des Theaters der Natur und Kunst daher nicht nur eine Ergänzung, sondern einen neuen Rahmen. Leibniz' Faible für das Theatrum Naturae et Artis könnte das Gesamtbild seiner Philosophie verwandeln, weil es die Kluft zwischen Kalkül und Anschauung wie auch zwischen der "Fensterlosigkeit" der Monade und der körperlichen Form ihrer Perzeptionsweisen zugleich vertieft und überbrückt.