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Die letzten Priester der Gerechtigkeit

Die Auseinandersetzung der letzten Generation von Richtern des Reichskammergerichts mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
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ISBN-13:
9783050040905
Einband:
Buch
Erscheinungsdatum:
17.08.2005
Seiten:
458
Autor:
Eric-Oliver Mader
Gewicht:
940 g
Format:
247x182x28 mm
Serie:
20, Colloquia Augustana
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Die Buchreihe des Instituts für Europäische Kulturgeschichte in Augsburg versammelt Beiträge zur Kulturgeschichte der europäischen Vormoderne, ihrer antiken und mittelalterlichen Voraussetzungen sowie ihrer in die Moderne hineinreichenden Aus- und Nachwirkungen. Neben Themen wie Information, Wissen, Medien- und Kommunikation sowie historische Netzwerkforschung geht es um Fragen der europäischen Erinnerungskulturen und kollektive Identitäten.
Die Buchreihe des Instituts für Europäische Kulturgeschichte in Augsburg versammelt Beiträge zur Kulturgeschichte der europäischen Vormoderne, ihrer antiken und mittelalterlichen Voraussetzungen sowie ihrer in die Moderne hineinreichenden Aus- und Nachwirkungen. Neben Themen wie Information, Wissen, Medien- und Kommunikation sowie historische Netzwerkforschung geht es um Fragen der europäischen Erinnerungskulturen und kollektive Identitäten.
1;Vorwort;62;Inhaltsverzeichnis;9
3;Prolog;14
3.1;Die letzte Audienz;14
3.1.1;1. Ambiente;14
3.1.2;2. Vollzug;18
4;Einleitung;24
4.1;I. Perspektiven auf das Ende des Alten Reichs;24
4.1.1;1. Zeitgenössische Prognosen seines Endes;24
4.1.2;2. Die Erforschung eines Untergangs;27
4.1.3;3. Neue Perspektiven;31
4.2;II. Eine Geschichte gruppenspezifischer Auseinandersetzung mit dem Ende des Alten Reichs;33
4.2.1;1. Prosopographische Grundierung;34
4.2.2;2. Darstellungsweise;36
5;Teil I: Voraussetzungen: Annäherungen an die Gruppe;38
5.1;I. Konjunkturen der Beschäftigung;41
5.1.1;1. Vahlkampfs Biographische und literarische Notizen ;41
5.1.2;2. Nachbilder;45
5.2;II. Die Gruppe;48
5.2.1;1. Die letzte Richtergeneration;48
5.2.2;2. Ein verspäteter Assessor;50
5.3;III. Strukturelle Prägungen;52
5.3.1;1. Das Präsentationssystem zu den Assessoraten;52
5.3.2;2. Die finanzielle Lage des Kammergerichts am Ende des Alten Reichs;59
5.3.3;3. Kammerrichter und Präsidenten;64
5.4;IV. Rekrutierungsprinzipien und gesellschaftliche Verflechtung;69
5.4.1;1. Ein Bündel von Rekrutierungsfaktoren;71
5.4.2;2. Assessorensöhne;75
5.4.3;3. Kameralsippen;76
5.4.4;4. Präsentationen ohne verwandtschaftliche Beziehungen;77
5.4.5;5. Beziehungen zu den Prokuratoren;79
5.4.6;6. Aufgeklärte Gesellschaften;81
5.4.7;7. Verbindungen zu Spitzenfunktionären im Reich und den Territorien;83
5.5;V. Geistiges Profil;84
5.5.1;1. Die Bedeutung Pütters;85
5.5.2;2. Patriotische Abbildung des Zustandes der beyden Reichsgerichte ;88
5.5.3;3. Praktika;92
5.5.4;4. Die Bibliothek der Assessorenfamilie Neurath;94
5.5.5;5. Die Richter als politische Autoren;99
5.5.6;6. Von der Beckes Staatsdienertraktat;102
5.6;VI. Das Selbstverständnis der Gruppe;109
6;Teil II: Momentaufnahmen im Jahr 1806 Zeitgenössische Deutung historischer Gegenwart;112
6.1;I. Die Krise des Sommers 1806 und ihre Beschreibung;112
6.2;II. Die Lage des Reichs nach dem Frieden von Pressburg: Entwicklungen und zeitgenössische Perspektiven;117
6.2.1;1. Der Buchstabe des Friedens;120
6.2.2;2. Verletzung der Reichsverfassung;125
6.2.3;3. Bayerische Gutachten;128
6.2.4;4. Ein letzter Reichsreformplan;130
6.2.5;5. Wiener Gutachten;132
6.2.6;6. Die Gründung des Rheinbundes;134
6.3;III. Solidarität unter Leitung des Kammerrichters;139
6.3.1;1. Plenarbeschlüsse;140
6.3.2;2. Reigersbergs Reise nach Regensburg und Wien;144
6.3.3;3. Exkurs: Die Verbreitung der Erklärung vom 6. August 1806;150
6.4;IV. Die Zäsur und die Frage nach ihren Ursachen;157
6.4.1;1. Die Urheber des Wandels im Verständnis der Zeitgenossen;158
6.4.2;2. Der Begriff der Vorsehung im kammergerichtlichen Kontext;161
6.4.3;3. Individuelle Aneignungen des Schicksalsbegriffes;163
6.5;V. Zwischen Ohmacht und Auflehnung: Deutungs- und Bewältigungszusammenhänge;164
6.5.1;1. Aufsteiger und Außenseiter;166
6.5.2;2. Auflehnung gegen das Schicksal;170
6.5.3;3. Erinnerung, Verlust und Zukunftsperspektive;172
6.6;VI. Interpretamente der Gegenwart;175
6.6.1;1. Die Unfassbarkeit des Zustandes;175
6.6.2;2. Eine psychologische Deutung der Zäsur;176
6.6.3;3. Selektive Rückschau und offene Zukunft;177
6.7;VII. Ist das Reich aufgelöst? Staatsrechtliche Einordnung der Gründung des Rheinbundes und der Abdankung des Kaisers;181
6.7.1;1. Gutachten im Spätsommer 1806;182
6.7.2;2. Unterschiedliche Staatskonzepte;186
6.7.3;3. Aufschub der vollständigen Auflösung;191
6.7.4;4. Zusammenfassung;194
7;Teil III: Unvollständig entlassene Pensionäre Die Abwicklung der Wetzlarer Reichsjustizdiener;196
7.1;I. Das Problem der Pensionen der vormaligen Reichsrichter;196
7.1.1;1. Streit um die Gerichtskasse;196
7.1.2;2. Regelungsdefizite nach der Auflösung des Reichs;198
7.2;II. Reigersbergs Pensionierungsplan;200
7.2.1;1. Die Konstruktion einer Behörde von Dienern des Reichs;201
7.2.2;2. Vorstöße im Sommer 1806;204
7.3;III. Differenzierung der Pensionsansprüche;208
7.3.1;1. Das Scherf
Nach gängiger Ansicht endet das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und mit ihm das Reichskammergericht am 6. August 1806, als Franz II. seine Würde als Reichsoberhaupt und die damit verbundene Kaiserkrone niederlegte. Aus der Sicht der im Kameralkollegium vereinigten Richter des Reichskammergerichts allerdings bedeutete diese einseitige, ohne Mitwirkung des Reichstages gefällte Entscheidung noch keineswegs das Ende des Gerichts. Auch als sich Kammerrichter, Präsidenten und Assessoren nach langen Debatten mit der Tatsache abgefunden hatten, dass das Reich nicht mehr existiere und die Rechtssprechungskompetenz des in Wetzlar angesiedelten Gerichts beendet sei, war das Kameralkollegium noch lange nicht aufgelöst: Es überlebte vielmehr so lange, bis 1817 die Pensionsansprüche der Kameralen durch die Deutsche Bundesversammlung anerkannt wurden. Eric-Oliver Mader zeichnet das Bild einer vom Geschehen zutiefst verunsicherten Gruppe, die der fundamentalen Zäsur von 1806 mit zukunftsweisenden staatstheoretischen Konzepten begegnete und legt erstmals eine umfassende Geschichte der Abwicklung des Reichskammergerichts vor. Die als Pensionäre in Wetzlar verbliebenen vormaligen Reichsrichter werden ebenso thematisiert wie jene, die im Dienst deutscher Souveräne hochrangige Nachkarrieren durchliefen. Am Beispiel Bayerns zeigt sich, dass die Sozialisation im Reich und am Reichskammergericht für die Durchsetzung von Reformen eine bedeutende und bislang unterschätzte Rolle spielen konnte. Allerdings gab es auch entgegengesetzte Entwicklungen, die in sich einer beharrenden oder sogar reaktionären Haltung äußern konnte.

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