AHA-BUCH

Intime Textkörper - Der Liebesbrief in den Künsten

3. Interdisziplinäres Symposion der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt am Main 2003
 Buch
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ISBN-13:
9783039104277
Einband:
Buch
Erscheinungsdatum:
04.08.2004
Seiten:
339
Autor:
Ute Jung-Kaiser
Gewicht:
722 g
Format:
228x159x27 mm
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Aus dem Inhalt: Jürgen Schulz-Grobert: «... mit rosen bedacht» - Mittelalterliche Liebesbriefverse und die Möglichkeiten ihrer «romantischen» Aktualisierung - Bernhard Kytzler: Die Liebesbriefe Ovids - Monodramen, Liebespathographien oder erste Opernszenen der Antike? - Jürgen Czaschka: Ovids Heroides bildnerisch interpretiert. Bernhard Kytzler und Ute Jung-Kaiser im Gespräch - Dimitri Terzakis: Hero und Leander. Rapsodia für einen Sprecher, Viola, Klavier und Tonband nach Texten von Ovid und Friedrich Schiller (2003) - ein Preview zur Uraufführung. Interpreten und Wissenschaftler im Gespräch mit dem Komponisten - Anke Dziewulski: Mozarts Hochzeit des Figaro in Linol geschnitten. Die Künstlerin im Gespräch mit Gernot Gruber und Corinna Müller-Goldkuhle - Ute Jung-Kaiser: «Erzeugt von heißer Phantasie» ... Mozarts Dramatisierungskunst auf allerkleinstem Raum - Hans Joachim Kreutzer: Schubert und der Orient. Marianne von Willemers Briefgedichte in Schuberts Vertonung - Michael Kohlhäufl/Michael Kube: Goethes Sonett Die Liebende schreibt - seine Poetik und musikalische Interpretation - Albrecht Goebel: Verdis «Scena» im Spannungsfeld von Konvention und Ausdruck. Briefszenen in La Traviata und Luisa Miller - Kadja Grönke: Eine echte Liebe - aber kein echter Liebesbrief. Zur Divergenz von Szene und Brief in Tat'janas Briefszene aus Cajkovskijs Evgenij Onegin - Elke-Maria Clauss: Das Libretto der Oper Werther von Jules Massenet im biographischen und ästhetischen Spannungsfeld ihrer Vorlagen - Luitgard Schader: «So wünsch ich ihr ein gute Nacht». Paul Hindemiths Liebesgrüße an seine Frau - Hubert Buchberger/Saga Quartett: Janáceks Intime Briefe - ein Streichquartett als Forum obsessiv-pathologischer Liebe? Interpretationsfragen - Ute Jung-Kaiser: Addendum: Ein gefalteter Liebesbrief aus Japan - Max Klingers verunglückter (Liebes-)Brief an eine Sängerin - «Liebesbriefe in Bildersprache» - Kokoschkas Fächer für Alma - «Mein Engel, mein Alles, mein Ich!» Was die «unsterbliche Geliebte» und ein Küchenmamsell miteinander verbindet.
Der Liebesbrief thematisiert und variiert nichts anderes als den Gedanken inniger Zuwendung: «Ich denke an Dich». Da die Tradition, Liebesbriefe zu schreiben, auch im Zeitalter des Internet nicht abgebrochen ist, wohl aber deren Kultur, lohnt der Rekurs auf verlorengegangene Qualitäten des Briefschreibens selber. Das sind die Wiederentdeckung der Stille resp. Innerlichkeit als Voraussetzung des Schreibvorgangs, die Gestaltungsfähigkeit vielschichtiger emotionaler Erfahrungen und Bedürfnisse, damit der Brief zum «Spiegel der Seele» werden kann, und die Kunst der Verzögerung, welche die zeitlich-räumliche Distanz zwischen Absender und Empfänger, den Trennungsschmerz, seelisch-erotisch intensiviert. Der «Liebesbrief in den Künsten» bringt die atmosphärische Dimension des intimsten aller Textkörper ästhetisch zum Schwingen; er ist Plädoyer für eine Schreibkultur, deren anthropologische, psychologische und kathartische Funktion und Bedeutung es neu zu entdecken gilt. Der vorliegende Symposionsband thematisiert Beispiele aus Literatur, Musik und Bildender Kunst. Zur Diskussion stehen Werke von Ovid, Goethe, Schiller, Puschkin - Beethoven, Mozart, Schubert, Brahms, Massenet, Tschaikowsky, Verdi, Hindemith - Minnekästchen, Vermeer, Rubens, Spitzweg, Klinger, Kokoschka, Grieshaber u.a. Der Ausblick auf japanische und indische Briefkunst wagt den transkulturellen Vergleich, der erstaunlicherweise mehr Vertrautheit als Fremdheit offenlegt. Erstmalig wiedergegeben werden die eigens für dieses Symposion geschaffenen Bilderzyklen von Jürgen Czaschka zu Ovids Briefen antiker Heroinen und Anke Dziewulski zu Mozarts Hochzeit des Figaro, desgleichen das Preview zur Uraufführung der halbszenischen Komposition Hero und Leander von Dimitri Terzakis.